BNE an Berufsschulen
Zielgruppen in ländlichen Regionen erreichen -Mit welchen Methoden kommt man an Zielgruppen im ländlichen Raum ran, am Beispiel Berufsschulen?
Allgemeine Herausforderung:
So wenig wie es die städtischen Schüler:innen gibt, so gibt es auch nicht die Erzieher:innen/Auszubildenen in der Berufsschule im ländlichen Raum. Auch hier unterscheiden sich Klassen und Teilnehmer:innen stark. Die Zielgruppe der „Berufsschüler:innen“ ist äußerst heterogen in Erfahrung, Vorwissen, Perspektiven und Handeln, was in der konkreten Praxis Chancen und Herausforderungen bietet. Was es gibt, sind Erfahrungswerte, die über jahrelange Erfahrung in Bildungsprojekten im ländlichen Raum gesammelt werden konnten. Sie zeigen, auf welche Herausforderungen (ortsfremde) Bildungs-Akteure möglicherweise stoßen, wie diesen begegnet werden kann und welche Methoden und Inhalte gut angenommen werden.
Leitfragen:
- Wie können wir den Herausforderungen begegnen?
- Welche Methoden funktionieren?
Rahmenbedingungen
In der Arbeit mit Berufsschulen, gibt es erfahrungsgemäß einige strukturelle Bedingungen, die uns vor Herausforderungen stellen.
Den Herausforderungen begegnen
Zunächst gilt es, Anknüpfungspunkte zu finden, indem
- Vorgespräche mit Lehrkräften (und TN) stattfinden: Erwartungsabfragen hinsichtlich Text- und Gruppenarbeit, der Diskussionskultur, der (inhaltlichen) Vorerfahrung
- Lehrpläne angeschaut und Bezug zu diesen hergestellt wird
- selbst informiert sein über Zielgruppe, um diese abholen zu können in Bezug auf
ihren Erfahrungshintergrund
- inhaltlicher Bezug zu ihrer Ausbildung/späterem Berufsfeld aufgezeigt wird
- komplexe Zusammenhängen auf erfahrbare, konkrete (Lebens-)Realität heruntergebrochen wird und deren Relevanz verdeutlicht wird
Wichtig ist hier:
- bei Diskussionen von z.B. Handlungsalternativen beachten, dass die Alternativen im städtischen Kontext (wie fair gehandelte Produkte aus dem Weltladen, ÖPVN nutzen, etc.) an realistische Möglichkeiten auf dem Land angepasst werden müssen
- Puffer einplanen, für Diskussionen Zeit nehmen,
- generell inhaltlich und methodisch „flexibel“ sein und evtl. auch vom ZIM abweichen/anpassen
- Strukturen der Schule beachten
- Fortbildung anbieten
- „Aufklärungsarbeit“ über BNE bei Akquise leisten
- Kontakte zuverlässig und effizient gestalten, evtl. persönliche Beziehung zu Lehrkräften und Schulleitung aufbauen
- Mehrwert aufzeigen, lange Vorlaufzeit einplanen
- Zusammenarbeit verstetigen, um Qualität zu sichern
- Zusammenarbeit als Kooperation und nicht als Dienstleistung gestalten